SVS - Express

SG Meerhof/Essentho - SV Steinhausen 1 : 2 (1:1)

23. Spieltag - Ein Sieg des Willens

08.04.2018
Fussball 1. Mannschaft

Meerhof: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Stark ersatzgeschwächt -
es fehlten Patrick Pekala, Jan Rüther, Fabian Haselhorst, Niklas Karthaus,Lukas Salmen, Bastian Kuhn, dazu verletzte sich Marius Müller schon nach einer Viertelstunde - waren die SVer nach Essentho gefahren, die Aussichten auf einen Erfolg dort lagen eher im Minusbereich.

Doch die Mannschaft nahm das Herz in beide Hände und ließ die Tugenden, die auch schon in Husen zu sehen waren, voll zur Entfaltung kommen. Sie kämpften wirklich vorbildlich und traten als Einheit auf. Ihr Leader, Kapitän Marvin, ging beispielgebend voraus und rackerte bis zum Schluss, sichtlich unbeeindruckt von den sommerlichen Temperaturen. Es war sein bestes Spiel in dieser Saison. Auch der reaktivierte Oldie Andre Klarczynski stellte seine Verlässlichkeit, wenn man ihn braucht, eindrucksvoll unter Beweis. 80 Minuten hielt er tapfer durch. Da zudem auf den Goalgetter Christian Pekala Verlass war, stand am Ende ein Sieg, den nur die kühnsten Optimisten für möglich gehalten hatten. Und der Sieg war verdient.

Die Steinhäuser ließen sich von Beginn an nicht ins Bockshorn jagen und erzwangen ein offenes Spiel, waren häufiger im Sechzehner und hielten den Keeper beschäftigter als die Gastgeber Ingo. Etwa fünf, sechs Halbchancen waren zu sehen. Dabei kamen Marvin, Lars Kaup, Nick Redder, Dominik Wydrinna zu Schüssen, die zumindest von der Position her Aussichten auf einen Einschlag in sich trugen. Sven scheiterte außerdem mit einem Kopfball.
Wie der Blitz aus heiterem Himmel dann nach 32 Minuten das 1:0. Ein ganz, ganz langer Ball kommt auf die halblinke Seite in den Sechzehner, der, so hatte es den Anschein, von Ingo hätte erlaufen werden können. Er sah es anders, hatte gegen den satten Schuss des freien Stürmers dann jedoch keine Chance mehr. Nun geriet der SV ins Wanken und hatte in zwei Szenen eine gute Portion Glück auf seiner Seite. 'Machen die es nicht, machen wir es eben.', wird sich Christian gedacht haben, als er nach Pass Marvins und energischem wie gekonntem Einsatz sich frei vor das Tor durchspielte und eiskalt den Torwart ausguckte.
Es war der Auftakt zu fünf furiosen Minuten, in denen es zu einer weiteren Großchance kam: Nick hatte seinen Widerpart auf dem rechten Flügel ordentlich ins Karussell geschickt, präzise auf Christian geflankt, dessen Kopfball nur knapp am Tor vorbeiging. Halbzeit.

Der 2. Abschnitt begann mit einer ärgerlichen Fehlentscheidung des Schieris in Sachen Abseits. Christian Max, in der Personalnot aus der Dritten berufen, wo er schon Stunden zuvor 70 Minuten absolviert hatte, war frei durch, wurde aber zurückgepfiffen. Auf der anderen Seite versprang dem Linksaußen zum Glück der Ball, seine Position war nicht die schlechteste. Marvin verdarb sich nach schönem Überlupfen des Gegenspielers durch zu weites Vorlegen eine erstklassige Möglichkeit.
Dann kamen die Minuten des Nick Redder. Zunächst spielte er sich recht elegant auf der rechten Seite durch und passte scharf zurück nach innen. Drei Steinhäuser anwesend, alle verpassten irgendwie den Ball. Sechs Minuten später passte es umso genauer. Christian bedient kurz vor der Box Nick per Kopf. Der nun entledigte sich technisch gekonnt und endlich einmal auch energisch und zielstrebig seines Gegenspielers, hatte den Blick für den in der Mitte freistehenden Christian und bediente ihn, wie es sich gehört. Den Rest erledigte Christian mit der nötigen Seriosität.
17 Minuten waren noch zu spielen, es wurden jedoch rätselhafterweise 22 Umdrehungen und damit war der Kampf gegen den inneren Schweinehund eröffnet, zumal die Gastgeber nun starken Druck aufbauten, die Steinhäuser in der Verteidigung ihr Heil suchten und sich kaum Kontermöglichkeiten ergaben. Ingo verhinderte mit einer Glanztat den Ausgleichstreffer, Kopfballhoheit des Abwehrchefs Sven und seiner Mannen entschärfte eine Ecke nach der anderen. Den Hausherren rannte die Zeit davon, der SV kam nun in den Schlussminuten zu zwei Großchancen, deren erste Nick, Dominik und Christian im Verbund vergaben, bei der zweiten machte Marvin aus einfach kompliziert, so dass die Chance dahin war.