SVS - Express

SV Brenken - SV Steinhausen 7 : 1 (1:1)

5. Spieltag - Arg zerrupft - 1:7

1. Mannschaft

Brenken: Der Leser mag sich verwundert die Augen reiben: 1:1 zur Halbzeit, 1:7 am Schluss ?
Wer Zeuge des Spiels war, versteht es sehr wohl, fragt sich aber auch, wie das passieren konnte.
Wie soll man nun auf eine solche "Klatsche" reagieren ? Sarkastisch ? Das würde unterstellen, die Steinhäuser hätten von vorneherein eine Chance gehabt. Hatten sie aber realistischerweise nicht, mussten doch neben dem langzeitverletzten Christian Pekala und dem gesperrten Niklas Karthaus mit Sven und Marvin Zumdick Leistungsträger der ersten Kategorie verletzungsbedingt passen.
Mitleidig ? Das würde bedeuten, diese herbe Niederlage sei als Folge eines unverschuldeten Unglücks auf Geheiß übernatürlicher Kräfte auf die Mannschaft niedergegangen. Das war es beileibe nicht. Da muss der eine oder andere einmal ernsthaft darüber nachdenken, was er da abgeliefert hat. Gelassen ? Fällt nach der letzten Bemerkung zunächst schwer, sollte jedoch im Interesse einer Wiederaufrichtung der Mannschaft zunehmend Platz greifen, allerdings zugleich in die Forderung nach Rehabilitierung münden, die schon am kommenden Donnerstag in dem so wichtigen Spiel gegen Siddinghausen/Weine erfolgen muss.
Das Spiel selbst ließ wieder typische Muster der Spiel- und Ergebnisentwicklung erkennen: Ein ganz schwacher Start, der nach 5 Minuten schon mit zwei möglichen Gegentreffern gründlich verpatzt gewesen wäre, eine allmähliche Erholung und Annäherung des gegnerischen Gehäuses und nach erstem guten Pass tatsächlich die Führung. Mark Haase schimpfte noch über fehlende Unterstützung der Stürmer, als Lars Kaup in fast zentraler Position den links durchgelaufenen Marius Müller exakt bediente und der frei vor dem Tor dem Torwart keine Chance ließ. Ein bisschen Zittern war dabei, die Latte jedoch war gnädig und ließ den Ball noch gerade durch. Zwei Minuten später wühlte sich Mark durch, bediente Marius, dessen Schuss aber entschärft wurde. Schade, war eine gute Möglichkeit !
Die folgende Phase ließ dann jedoch Böses erahnen, denn in knapp 20 Minuten kamen die Brenkener zu mehreren, teils erstklassigen Torgelegenheiten, scheiterten aber am eigenen Unvermögen, an Daniel Dirks oder an der Latte. Wie in den ersten Minuten stimmte die Tiefenstaffelung in der Abwehr überhaupt nicht, die angesichts der schnellen und wendigen Außenstürmer der Hausherren dringend erforderlich gewesen wäre. Hinzu kamen einige Querschläger und fummelbedingte Ballverluste in gefährlichen Räumen. Nicht gerecht - aber wer fragt danach ? - wäre von daher das 0:2 gewesen, das Lukas Salmen nach 38 Minuten auf dem Fuß hatte. Durch einem schönen Pass freigespielt, läuft er allein auf den Keeper zu, verliert leider die Ruhe und landet nach Crash mit diesem und wie dieser verletzt auf dem Boden. Knapp 5 Minuten dauerten die Behandlungen, beide konnten weitermachen, die dicke Chance war indes dahin. Umso ärgerlicher der Ausgleich kurz danach, als die Abwehr trotz dichter Ballung Pass, Ableger und Schlenzer nicht verhindern konnte.
Das nächste Element des schon angesprochenen typischen Musters zeigte sich sechs Minuten nach Wiederanpfiff. Die Mannschaft schafft es einfach nicht, konzentriert die ersten Minuten in den beiden Halbzeiten anzugehen. Eine flüssige Passfolge der Brenkener schien schon unterbrochen zu sein, als man dennoch wieder ein Abspiel zuließ und es - noch schlimmer - nicht verstand, dem mit dem Rücken zum Tor stehenden Angreifer ein blockierendes Bein entgegenzustellen.
Trotz der noch reichlich vorhandenen Zeit war das Spiel damit entschieden. Die Steinhäuser waren in der 2. Halbzeit zu keinem kostruktiven Aufbauspiel, geschweige dann einer torgefährlichen Aktion mehr fähig. Im Gegenteil: Die Hausherren zerlegten den SV in wirkungslose Einzelteile und bestraften in mehr oder wenigen regelmäßigen Abständen das desolate Abwehrverhalten mit einem Tor nach dem anderen.
Zur Statistik gehört leider auch, dass in der 87. Minute Michel Salmen noch mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde, nach Empfinden vieler Zuschauer eine zu harte Entscheidung.
Durch Heimrecht-Tausch bedingt, fährt der SV am Donnerstag Abend nach Weine und empfängt am Sonntag darauf den TSV Tudorf. Zeigt's ihnen, Jungs !


Autor:

Anton Rüther