SVS - Express

SG Siddinghausen/Weine - SV Steinhausen 1 : 1 (0:0)

6. Spieltag - Drei Minuten lang drei Punkte

1. Mannschaft

Siddinghausen/Weine : Zunächst die unerfreuliche Information: Miguel Pardo hat krankheitsbedingt um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Der Bitte kam der SV selbstverständlich nach, bedankt sich für seine engagierte Arbeit und wünscht dem sympathischen Trainer eine baldige Genesung.
Christian Neesen, der in den beiden letzten Spielen bereits an der Linie gestanden hatte, übernimmt das Kommando, bis ein neuer Trainer gefunden ist.
Im gestrigen Flutlichtspiel, besser:Schummerlicht, musste er mit ansehen, wie die Mannschaft trotz unübersehbar großen Engagements über ein Unentschieden nicht hinauskam. Auch war die Latte gleich dreimal auf Seiten der Hausherren.
Mit Sven und Marvin Zumdick sowie Christian Pekala kehrten drei wichtige Stammspieler zurück, was dem Spiel auch gut tat. Sven musste allerdings nach gut einer Stunde wieder passen, so dass sein Einsatz am kommenden Sonntag wohl stark gefährdet ist.
Erwartungsgemäß begann das Spiel sehr hektisch mit leichten Vorteilen für die Heimmannschaft, die etwas ruhiger und passgenauer agierte. Daniel Dirks stand richtig, als ein Stürmer, gut freigespielt, aus 16 Metern freie Schussbahn hatte (10.). Dass der SV immer etwas länger braucht, wissen wir ja bereits. Auch diesmal dauerte es gut eine Viertelstunde, bis Marius Müller auf links durchkam, sich aber am Ende im 1.1 nicht durchsetzen konnte. Wir wissen auch, dass Lukas Salmen endlich mal den Fluch loswerden will, ein Duell mit dem Torwart nicht gewinnen zu können. In ganz ähnlicher Szene wie in Brenken scheiterte er am herauseilenden Keeper. Lars Kaup hatte ihn schön freigespielt. Die Aktionen hatten indes Signalwirkung, denn fortan gewannen sie den Kampf um das Mittelfeld und brachten sich vermehrt in gute Schusspositionen: Marvin zielte aus ca. 20 Metern zu hoch, Jens' Schuss aus halblinker Position besaß keine Kraft, auch sein zweiter Versuch kurz darauf zu verkrampft. Lars setzte aus aussichtsreicher Position zu hoch an und letztlich traf Marvin nach Eckball per Kopf nur die Latte. Halbzeit.
Die 2. Halbzeit brauchte keine lange Anlaufzeit, um torgefährliche Situationen zu präsentieren: Lars zog einen Freistoß nicht auf das Rudel der wartenden Spieler, sondern auf den kurzen Pfosten. Er landete auf der Latte. Nur wenig später musste Daniel sein ganzes Können aufbringen, um einen kreuzgefährlichen Drehschuss abzuwehren. Dann das 0:1 nach etwa einer Stunde: Eine weite Flanke von links landete nach Zwischenstation bei Christian, der auf den wartenden Jens zurückspielte. Dieser entschloss sich aus etwa 20 Metern zu einem Schuss, der arg verunglückt wirkte, sich aber hoch links ins Eck durchmogelte.Man traut sich ja nicht mehr, einen Führungstreffer der Grün-Weißen richtig zu genießen, zu oft war er der Auftakt zu erfolgreichen Gegenbewegungen der Gegner. Und so dauerte die Freude auch nur drei Minuten, dann stand das Endergebnis fest.
Eine genaue Rekonstruktion fällt aufgrund der schummrigen Lichtverhältnisse und eines hektischen Hin und Her im Ballbesitz schwer. Fakt ist, dass der Ball vorher sicher hätte geklärt werden können, ehe er auf den Torschützen in halblinker Position kam, der mit gekonntem und sattem Schlenzer ins Tor traf.
In der Restzeit sahen die Zuschauer ein ziemlich anarchisches Spiel mit recht großen Räumen im Mittelfeld, da die Gastgeber auf starke Zentrumsverteidigung und vorne auf überfallartige Konter setzte, unter denen es eine Viertelstunde vor Ende auch einen brandgefährlichen gab.
Ansonsten sah man wohl den starken Willen der SVer, endlich den ersten Dreier einzufahren, jedoch auch viel Unruhe, Ungenauigkeit und ebenso Pech, z.B. bei einem schönen Direktschuss durch Marius aus halblinker Position an die Latte. So mancher Ball gelangte noch gefahrverkündend vors Tor, endete jedoch leider nicht im Tor. Daher kam beim Schlusspfiff natürlich keine rechte Freude auf.
Dass der erste Sieg am kommenden Sonntag gelingt, kann man nicht unbedingt erwarten. Mit Tudorf stellt sich der immerhin Tabellenvierte vor.


Autor:

Anton Rüther

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