SVS - Express

- 17. Spieltag 1:1 - Wert ungewiss
:

SV Steinhausen - SC GW Espeln 1 : 1 (1:1)

Zunächst wartete der SV mit einer Überraschung auf: Patrick Pekala konnte überredet werden, nach halbjähriger Pause wieder die Stiefel zu schnüren, um der Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg zu helfen. Und man merkte schon in diesem Spiel, dass er eine entscheidende Bereicherung sein kann.
Bei tiefen und rutschigen Platzverhältnissen - einige Steinhäuser waren gar nicht gut darauf eingestellt und hatten offensichtlich "verwachst" - entwickelte sich von Beginn an ein reiner Abnutzungskampf, bei dem die Gäste über 90 Minuten gesehen physische Vorteile hatten und insgesamt ausgeglichener und spielruhiger wirkten. Dennoch war das Unentschieden am Schluss absolut gerecht, zumal einige gute Torchancen auf dem Steinhäuser Zettel standen, darunter die wohl größte in der letzten Spielaktion überhaupt. Patrick hatte auf der rechten Seite den Kampf gegen drei Gegner gewonnen, passte nach innen, wo der junge Lukas Salmen in bester Position und unbedrängt den Ball leider nicht richtig traf und vorbeischoss. Er wird sich vermutlich die ganze Woche noch darüber ärgern. Passiert auch den ganz Großen !
Den ersten Aufreger gab es nach zehn Minuten, als ein Gästestürmer recht unsanft von den Beinen geholt wurde, der Schiedsrichter aber keinen Regelverstoß sah und damit die Gäste samt zahlreichen Anhang so richtig auf die Palme brachte. Sie hatten wohl Recht. Die Hausherren nutzten die kurze Phase der Hitzewellen beim Gegner und kamen binnen drei Minuten zu ernsthaften Torbedrohungen. Erst scheiterte Patrick, gut eingesetzt, aus halbrechts am Torwart, kurz darauf kam dieser nur hauchdünn früher an den Ball als der schön freigespielte Lukas.
Umso ernüchternder der Führungstreffer der Gäste kurz darauf. Zu einfach und unter Steinhäuser Mithilfe konnten sie sich auf der rechten Seite durchsetzen, den Ball nach innen bringen, wo zunächst Ingo Klose verpasste, dann Sven Zumdick beim Rettungsversuch physikalische Gesetze gegen sich hatte. Profiteur war ein gerade da anwesender Espelner, der nur mehr einzuschieben brauchte. Etwa 25 Minuten waren gespielt. Kurz geschüttelt, dann fingen sich die SVer wieder und wurden belohnt. Noch eben konnte Marius Müller im Zweikampf den Ball zu Christian Pekala durchmogeln, was sich lohnen sollte. Christian traf den Ball beim Torschuss, mittig aus etwa 20 Metern, voll, die Latte wackelte, gab den Ball aber weiter an Nick Redder, der dankbar annahm und sicher abschloss.Ein lange nicht mehr erlebtes Erfolgserlebnis. Im Überschwang der Euphorie wäre das Glück fast von ultrakurzer Dauer gewesen, als man sich bei eigenem Eckball zahlreich, aber ohne Absicherung im Strafraum versammelte. Ecke schlecht geschlagen, fünf Sekunden später Alarm im eigenen Sechzehner. Glücklich überstanden, wie auch die Gäste gleich dreimal in zwei Minuten aufatmen konnten. Patrick brachte nach sehr schöner Kombination den Ball nicht am Torwart vorbei, ein Freistoß sorgte für größtes Durcheinander in der Abwehr, fand letztlich aber kein glückliches Füßchen zur Vollendung, Marius sprang, weil unkonzentriert, der Ball in aussichtsreicher Position vom Fuß. Halbzeit.
Der zweite Durchgang sah eine leicht überlegene Mannschaft aus Espeln, die, wie schon gesagt, durch ihre starke Physis auffiel, aber unter dem Strich zu einer wirklich glasklaren Möglichkeit nicht kam. Ingo war stets auf dem Posten, stark auch Fabian Haselhorst, der manch gefährlich anmutende Situation entschärfte. Überhaupt war die Abwehr, abgesehen von einigen Problemen in der Spieleröffnung, insgesamt sehr wachsam und zum Fighten bereit. Nach vorne gab es keine längeren Phasen druckvollen Spiels, allemal jedoch in regelmäßigen Abständen gute bis sehr gute Chancen. Nick verpasst knapp eine zu scharf geschossene Hereingabe von Marius, Patricks abgefälschter Schuss aus spitzem Winkel wird gerade noch vom Torwart zur Ecke gelenkt, Marvin scheitert mit seinem Schuss am Keeper, später hatte er wohl zwei Gedanken auf einmal, so dass nicht klar wurde, ob Schuss oder Passversuch, Marius scheut im Sechzehner das 1:1-Duell und entschließt sich zu einem Schuss mit seinem schwachen Fuß, der prompt Rückgabecharakter hat.
Letztlich landen wir wieder bei Lukas und seiner dicken Möglichkeit.
Immerhin fand nun mit diesem Remis die Serie von mittlerweilen sechs Pleiten ein Ende.
Was der Punkt wert sein wird, kann heute niemand sagen.
Nun wartet im letzten Spiel 2018 der VfB Salzkotten auf die Grün-Weißen. Ein Sechs-Punkte-Spiel.


Autor:

Anton Rüther

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