SVS - Express

SV Steinhausen - SV Brenken 1 : 3 (0:1)

20. Spieltag - Couragierter Auftritt wird nicht belohnt

Steinhausen: Das Ergebnis ist mit Blick auf die Tabelle sicher keine Überraschung, es spiegelt allerdings das Spiel nicht richtig wider. Vor allem in der 1. Halbzeit sahen die Zuschauer ein Heimteam, das mit sichtbarer Ordnung, couragiert, kampfstark und auch torgefährlich den Erfolg suchte.
Gleich nach zwei Minuten setzte sich Lars Kaup, bester Mann der SVer, geschickt auf der rechten Seite durch, doch traf er den Ball beim Torschuss nicht richtig, er ging vorbei. Der Schock kam fünf Minuten später aus dem Nichts. Die Situation erschien harmlos, der Ball beim Steinhäuser, das geplante Abspiel etwas zu spät, Pressschlag, der Brenkener gewinnt, drängt in den Strafraum, wird von den Beinen geholt: Elfmeter und 0:1. Es sollte die einzige Chance der Gäste im 1. Durchgang bleiben. Die Steinhäuser reagierten mit verstärktem Druck, ihre weißen Jerseys wurden zunehmend schmutziger. Es blieb zunächst bei einigen gefährlichen Bällen durch Freistoß von Lukas Salmen, durch Ecke von Luca Schulte, die leider keine Abnehmer fanden, durch einen Schuss von Marius Müller auf den Multifunktionsplatz. Ein Tor schien nur eine Frage der Zeit zu sein, als sich dann innerhalb von zehn Minuten drei dicke Möglichkeiten boten. Zunächst flog Marius aus nicht ganz erklärbarem Grund in bester Position am Ball vorbei, noch mehr Haare kostend die Kopfballchance von Christian Pekala aus kurzer Distanz am langen Pfosten. Leider befolgte er nicht den alten Lehrsatz, den Ball gegen die natürliche Laufrichtung des Torwarts zu köpfen. So rutschte ihm der nasse Ball an der Schläfe weg. Marius war der Vorbereiter der nächsten Großchance. Er umspielte auf halblinks seinen Widerpart, flankte gefühlvoll in den Fünfer, kurze Abwehr auf den wartenden Marvin, dessen Schuss leider vorbeiging. Halbzeit.
Der Stecker aus dem Spiel der Steinhäuser wurde ihnen gleich in der 46. Minute gezogen.
Ein fataler Fehlpass auf den Linksaußen ermöglichte diesem einen kurzen Lauf mit anschließendem sauber getimten Pass, den der routinierte Mittelstürmer mit humorlosem, flachem Schuss veredelte.
Das saß, zumal nun auch der Wind an Fahrt zunahm, der den Steinhäusern auf dem Weg nach vorne kräftig ins Gesicht blies. Die Bälle der bekannt kräftigen und weiten Abschläge von Daniel Dirks wurden zu Luftballons und wollten immer wieder zu ihm zurück. Die Gäste waren somit doppelt gestärkt und zeigten dies auch. Dass ein direkter Freistoß aus 25 Metern wie ein Geschoss im oberen linken Tordreieck einschlug, passte ins Gesamtbild. Gut eine Stunde war gespielt. Unnötig hart und hektisch, eben Derby, wurde es dann zunehmend. Höhepunkt die gelb-rote Karte in der 70 Minute nach bösem Foul an Jens Haase, das ihn zur Aufgabe zwang. Die Hektik schwappte zu den Trainern am Spielfeldrand rüber, die sich lautstark und gestenreich die Meinung "geigten". Man beruhigte sich jedoch recht bald, das Spiel lief dann in einem weitgehend anständigen Modus.
In Überzahl schafften es die Steinhäuser, nun wieder zu gefährlichen Angriffen mit auch hochwertigen Einschussmöglichkeiten zu kommen. Marius war der erste, der nach feinem Zuspiel von Luca freie Bahn hatte, sich aber selbst im Weg stand und zu überhastet den Abschluss suchte, aber nicht fand.
Fünf Minuten später war er zur Stelle, den vom Torwart nach strammem Schuss von Marvin abgewehrten Ball sicher im Tor unterzubringen. Zehn Minuten waren noch zu spielen, die Hoffnung bekam Nahrung, doch noch das scheinbar Unmögliche zu schaffen. Als in der 85. Minute der eingewechselte Uwe Kiekebusch kein Glück bei einer etwas turbulenten Situation im Fünfer hatte, wusste jeder, dass es nichts mehr werden sollte.
Halten wir aber fest, dass der Einstand des neuen Trainers Daniel Ringkamp mit seinem Assistenten Thomas Bertelsmeier ergebnismäßig wohl "in die Hose" ging, was gegen Brenken ja nicht die ganz große Überraschung war, doch verdient sich die Mannschaft ein berechtigtes Lob für ihren engagierten und mutigen Auftritt.
Diese Form und Haltung werden, so sie konserviert werden können, noch die Punkte einfahren, die nach dem Fall auf den Abstiegsplatz mehr denn je benötigt werden. Ein Patrick Pekala in Hinterhand dürfte die Aussichten nicht verschlechtern.
In Tudorf steht am nächsten Sonntag ein weiterer nicht leichter Brocken im Weg. Das Glück möge zurückkommen, Tüchtigkeit vorausgesetzt !


Autor:

Anton Rüther

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