SVS - Express

- 27. Spieltag: Die Schlinge zieht sich zu

Hövelriege:
SJC Hövelriege - SV Steinhausen 3 : 0 (1:0)

Es war ein schöner Nachmittag auf der schmucken Anlage in Hövelriege: Es gab leckeren Kuchen und Kaffee, prima Platz- und Wetterbedingungen mit viertelstündigem Sonnenschein gegen Ende des Spiels und sogar Sitzgelegenheiten. Was wie beißender Sarkasmus klingt, ist wohl eher als Galgenhumor gemeint. Ein Blick auf die Ergebnisse des Spieltages und die Tabelle lässt unschwer erkennen, wie eng sich die Schlinge schon um den Steinhäuser Hals gelegt hat.
Natürlich sind noch sechs Punkte ( in zwei Heimspielen) zu holen, natürlich muss das hohe Lied der zuletzt sterbenden Hoffnung gesungen werden, aber es fällt immer schwerer, an die Rettung noch zu glauben. Man will es gerne, weil die Mannschaft auch beim Tabellendritten ihre Chancen hatte, beste sogar nach zwölf Minuten zur Führung und zum Ausgleich fünf Minuten nach der Pause .
Leider jedoch war zum wiederholten Male ein krasser Abfall innerhalb des Spiels zu registrieren, der die 2. Halbzeit betrifft, wo nach besagter Chance in der 50. Minute kaum mehr etwas lief. Marius Müller scheiterte ohne Bedrängnis frei vor dem herausgeeilten Torwart an diesem. Den erwarteten und angebrachten Lösungsweg eines Hebers sah er wohl nicht.
Auf Augenhöhe begegneten sich beide Mannschaften in der 1. Halbzeit. Etwa zehn Minuten brauchten die SVer, ihr Spiel auch einmal in gefährlichere Zonen nach vorne zu bringen, hinten brannte dank Aufmerksamkeit nichts an. Die 12. Minute sah nun die oben erwähnte große Möglichkeit für Marvin, der einen von Luca Schulte scharf geschossenen Eckball wohl voll und unbedrängt mit dem Kopf erwischte, aber nicht mehr richtig justieren konnte. Das Spiel verflachte danach und hatte keinen rechten Aufreger mehr, bis zur 23. Minute. Da war es mit der Aufmerksamkeit nicht mehr weit her, als ein Eckstoß auf den kurzen Pfosten kam und von einem entgegenkommenden Stürmer der Gastgeber technisch sauber ins lange Eck verlängert wurde.
Die Reaktion der Steinhäuser war gut, es gab einige gelungene Ansätze, die letzten Endes aber nie den richtigen Abschluss fanden. Mal endeten sie in einem Eckball, mal neben dem Tor, mal in einem Ballverlust, weil es zu eng geworden war. Man konnte in der Halbzeit mit dem Spiel selbst aber durchaus zufrieden sein.
Nach der Pause verloren die Steinhäuser zunehmend die Ordnung in ihrem Spiel. Die brisanten Momente mehrten sich, weil die Kompaktheit im Abwehrverbund plötzlich verschwunden war. Insbesondere die Techniker in Reihen der Hövelrieger konnten "zaubern", ohne energisch gestört zu werden, und so bekamen sie Lust am Spiel und Ballstaffetten. So war das 2:0 in der 59. Minute keine Überraschung mehr. Gleich dreimal musste Ingo sich hintereinander Schüssen aus kürzester Entfernung entgegenwerfen und wehrte ab. Die Gefahr schien schon gebannt, da konnte ein gegnerischer Spieler in aller Ruhe aufziehen und mit einem technisch sauberen Schlenzer dann doch noch den tapferen Ingo überwinden. Überhaupt kann sich die Mannschaft bei ihrem Keeper bedanken, nicht deutlicher unter die Räder gekommen zu sein. Das 3:0 konnte er indes nicht verhindern. Wieder ein leichtfüßiges Tänzchen, eine gefühlvolle Flanke und ein herzlicher Dank des Abnehmers, der sich noch die Zeit nehmen konnte, den Ball anzustoppen und Ingo nach der Ecke zu fragen.
Das Match war dahin, und so warf Daniel Ringkamp neben dem schon öfter eingesetzten Michel Salmen mit Marvin Böing und Maik Levenig zwei ganz junge Nachwuchsspieler ins kalte Wasser eines Seniorenspiels. Sie machten nichts schlechter als die etablierten Spieler.
Die noch erreichbaren Mannschaften haben drei bis fünf Punkte mehr, bis auf Salzkotten jedoch ein Spiel weniger als der SV. Keine guten Aussichten für die Mannschaft, aber längst kein Grund, das Handtuch schon zu werfen. Am Sonntag kommt Hövelhof II, und 14 Tage später nach spielfreiem Wochenende werden die Nachbarn aus Siddinghausen/Weine zu Gast sein. Wollen wir hoffen, dass es kein Kondolenzbesuch wird.


Autor:

Anton Rüther

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