SVS - Express

Türk-Gücü Paderborn - SV Steinhausen 1 : 6 (0:3)

17. Spieltag - 6:1 - Es passte alles

1. Mannschaft

Paderborn: Im Abendspiel der Liga konnte der SV einen nicht unbedingt erwartbaren Sieg, erst recht nicht in dieser Höhe, einfahren, der mit dem 6:1 exakt dem Hinspielerfolg entsprach. Kommt auch nicht oft vor. Balsam für die Seele der Gockel-Truppe, zumal mit Christian Pekala und dem wohl schwerer verletzten Marvin Zumdick zwei wichtige Stammspieler fehlten. Es war ein irgendwie merk- und denkwürdiges Spiel, das in den ersten zwanzig Minuten einen solchen Ausgang wahrlich nicht erahnen ließ. Die Gastgeber, die sich nach schwachem Saisonstart katapultartig auf Rang 4 im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Torschützenprimus der Liga hochgeschossen hatten, zogen mit ihren Technikern ein gefälliges Spiel auf, trafen jedoch auf eine Abwehr, die kampfstark und sehr aufmerksam allen Angriffsbemühungen den Garaus machte. Auf der anderen Seite konnten aber auch die Grün-Weißen kaum eine echte Chance herausspielen. Heinz Gockel hatte den jungen Marius Müller in die vorderste Front gestellt und Patrick Pekala dahinter allen Freiraum gelassen. Was aus dem Spiel heraus nicht klappte, besorgten dann in der 22. und 30. Minute zwei Freistöße, beide aus halblinker Position von Lars Kaup gefühlvoll zwischen Abwehr und Torwart gesetzt. In den ersten lief Sven Zumdick und verlängerte ihn aus Kniehöhe ins rechte Eck, für den zweiten hatte Patrick den richtigen Riecher und köpfte platziert ein. Nur zwei Minuten später bestrafte Jan Rüther einen schlampigen Pass der Hausherren, den er gerade noch abfing, drei Schritte gen Tor lief und mit Schuss aus 16 Metern erfolgreich war. Die Paderborner waren sichtlich konsterniert, berappelten sich aber bald etwas und wären kurz vor Halbzeit fast zum Anschlusstreffer gekommen. Sven hatte aufgepasst und anschließend mitsamt seiner Kameraden auch etwas Glück. Gleich nach der Pause kam die stärkste Phase der Steinhäuser. Innerhalb von 15 Minuten erspielten sie sich mit Betonung auf "spielen" fünf höherprozentige Gelegenheiten, deren zweite das 0:4 bedeutete. Kurz zuvor noch freistehend mit unkonzentriertem Abschluss stand Marius in der 49. Minute goldrichtig und verwandelte eine flache und scharfe Hereingabe von Patrick ohne Mühe. Auch bei den folgenden Szenen mit Torgeruch war Marius die letzte Station, immer nach Vorarbeit durch Patrick. Das 0:5 lag in der Luft, es fiel aber das 1:4, als man in der 62. Minute nach einem langgezogenen Eckball wohl etwas fahrlässig einen gegnerischen Stürmer zum Schuss kommen ließ. Eine knappe halbe Stunde war noch zu spielen, und so verstärkten die Hausherren ihre Angriffe. Der Elfmeter in der 74. Minute war allerdings nicht das Produkt eigener Spielstärke, sondern der ungeschickte Versuch der Steinhäuser, einen nicht sonderlich gefährlichen hohen Ball zu entschärfen, indem man ohne Not einen Stürmer in die Zange nahm. Ingo reagierte prächtig, so dass den Gästen eine nervenaufreibende Schlussviertelstunde erspart blieb. Im Gegenteil: Jan Rüther vergoldete den x-ten Assist von Patrick und wurde damit Doppeltorschütze, genau so wie Patrick, der nur zwei Minuten später in der 81. Minute nach Alleingang durch mehrere staunende Paderborner hindurch zum Endergebnis traf. Er krönte damit seine ganz starke Leistung, die von keinem anderen auf dem Platz erreicht werden konnte. Erfreulich aber auch die insgesamt gute Arbeit der Abwehr, zudem verdiente sich Lars Kaup nicht allein wegen seiner zwei Freistöße eine gute Bewertung, sondern weil er ein beachtliches Pensum abspulte und bei etlichen hohen Pässen aus der Abwehr heraus die Luftkämpfe gewann und damit wertvolle Dienste für weiteren Ballbesitz leistete. Am kommenden Samstag geht's weiter. Der zweite Versuch steht an, das Spiel gegen den SV Marienloh über die Bühne zu bringen. Anstoß: 14.30 Uhr


Autor:

Anton Rüther

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