SVS - Express

TSV Wewer - SV Steinhausen 4 : 2 (0:1)

19. Spieltag - SV muss Niederlage anerkennen

1. Mannschaft

Wewer: Innerhalb von gerade einmal acht Minuten ging der Daumen des Fußballgottes von aufwärts nach abwärts. Aus der Pausenführung wurde von der 47.bis 55.Minute ein 1:3 Rückstand, und damit war die Vorentscheidung für die Niederlage gefallen.
Die Grün-Weißen bekamen insbesondere in dieser Phase eine Lehrvorführung in Sachen Körperlichkeit und Galligkeit bei Balleroberung und -behauptung.
Dass dies in der 1. Halbzeit noch nicht zum Tragen gekommen war, lag an einer recht konzentrierten Defensivarbeit im persönlichen Einsatz und Kompaktheit des Abwehrverbundes, in den immer mindestens zwei der vier Mittelfeldspieler gedrückt wurden. Das Aufbauspiel war dagegen etwas fahrig und von zu vielen Abspielfehlern, auch leichten, geprägt.

Umso erfreulicher und ein wenig überraschend der Führungstreffer in der 15. Minute. Einen Freistoß aus zentraler Position, doch gut 40 Meter vom Tor entfernt, zog Uwe Kiekebusch über die Abwehr Richtung Fünfmeter-Ecke, Patrick lief ein und versenkte gekonnt per Direktabnahme.
Danach bekam die Mannschaft eine Zeit lang sichtbar Auftrieb, hatte im Spiel nach vorne einige vielversprechende Entwicklungsmöglichkeiten, verdarb sie sich jedoch letztlich immer durch schlampiges Passspiel. Dies war kurz vor der Halbzeit weniger der Fall, als Patrick sich auf der rechten Seite durchsetzen konnte, seine Hereingabe noch vor dem lauernden Marius Müller abgefangen werden konnte. Kaum war der Pfiff zur 2. Halbzeit ertönt, rollte die Lawine schon los und sorgte für heilloses Chaos in der Abwehr. Eben noch konnte ein gefährlicher Freistoß entschärft werden, da setzte sich auf links ein Weweraner nach gefühlt einminütiger Auseinandersetzung mit zwei, drei Abwehrspielern durch und schlenzte den Ball ins lange Eck. Nur vier Minuten später reagiert der gegnerische Linksaußen auf einen hohen Pass, der eher nach Befreiungsschlag aussah, schneller als sein Kontrahent, brachte den Ball auf Höhe des Sechzehners in die Mitte, von wo er nach rechts weitergeleitet wurde. Ein Antritt, ein kurzer Querpass, ein Abstauber: 2:1. Halblinke und linke Abwehrseite waren weitgehend verwaist. Der SV war sichtbar angezählt, es gelang nicht mehr, die Bälle beim Aufbauspiel festzumachen, die Mittellinie wurde nicht mehr überspielt. So fiel das 3:1 geradezu erwartet. Wieder Ballverlust, ein Pass, ein hoher, gekonnter Schlenzer auf den Mittelstürmer, der sicher vollendete. Hoffnung nur drei Minuten später, als Patrick einen Freistoß aus 18 Metern ins Tor hämmerte. und wieder nur drei Minuten später die große Möglichkeit, den Gleichstand zu erzielen: Ein langer Pass von Marvin auf Patrick, der sich mit etwas Glück durchspielte und in die Mitte zurücklegte und Marius fand. Sein Schuss fand leider nicht die vorhandenen Lücken, sondern einen Abwehrspieler. Das Spiel wurde nun insgesamt zerfahrener und unstrukturiert, allerdings blieb noch genug Zeit.
Zu kurz wurde sie dann nach dem 4:2 in der 80. Minute. Und erneut ein Tor, das so ganz die Stärken des einen, die Schwächen des anderen widerspiegelte. Ein hoher Befreiungsschlag von der Mittellinie überwindet die Abwehr und findet in ihrem Rücken den 11er, der es dann jedoch gut machte, einen umkurvte und sicher abschloss.
Der Drops war gelutscht, die folgenden Angriffe eher von der brachialen Art, zumal der Sechzehner nun verbaut war. Unmittelbar vor Abpfiff hätte es aufgrund eines brutalen Einsatzes gegen Marius noch Elfmeter geben müssen, der die Niederlage jedoch allenfalls im Ergebnis ansehnlicher gemacht hätte.
Fazit: Eine verdiente Niederlage gegen einen Gegner aus einer höheren Etage, der dies auch durch couragierteres und durchsetzungsstärkeres Auftreten klar machte.


Autor:

Anton Rüther

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